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Libelle
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 18:23 |
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Wir sprechen hier immer wieder Fachwörter aus. Ich würde gerne wissen, was FÜHLT ihr dabei, welche Begebenheit ...? Nur bitte nicht das Lexikon bemühen.
Augenblicklich beschäftigt mich innerlich das
SPIEGELN.
Wie ist das bei Euch? Was bewirkt es bei Euch?
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 18:23 |
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Neblina
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 19:44 |
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Registriert: Mo 5. Dez 2011, 09:42 Beiträge: 238
Alter: 0
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Liebe Libelle
Mir hilft es ein wenig zu mehr Erkenntnis.
Eine kleine Episode aus meinem Leben dazu. Ich hatte am Weihnachtstag nur gute Laune. Ich arbeitete mit einer Samichlausen-Zipfelkappe, die Patienten haben sich gefreut. Gegen Feierabend kam ein Patient, der sich in den Finger geschnitten hatte. Ich wollte ihm helfen, den Verband zu lösen, als er bös ausrastete. Er habe schliesslich den ganzen Tag gearbeitet, ich solle sofort den Raum verlassen, er lasse sich von mir nicht anfassen, ich solle ihm meinen Namen notieren, er beschwere sich über mich. Dann schrieb er wutentbrannt meinen Namen auf, die Uhrzeit, und ich verliess das Zimmer. Als ich noch vor mich hin murmelte: ich versteh das alles nicht, ist er noch ausgerastet und brüllte mich an, ich solle sofort stillsein und kooperativ.
Erst war ich völlig erschlagen, meine junge Kollegin den Tränen nah. Dann überlegte ich, dass das alles rein gar nichts mit mir zu tun hat. Er hat- verwerflich zwar- einfach einen Blitzableiter gebraucht, ich war die erste, meine Visage hat ihm nicht gepasst- und da hab ichs halt abbekommen. Nun- ich überlegte die Tage darauf, was das mit mir machte und warum. Die Emotion war klar: Wut. Wieso werde ich jetzt, am Weihnachtstag, meine Söhne warten schon, weil ich zu allem Übel noch zwei Stunden Überzeit mache, so zusammengeschissen....
Mir half es. Es war wieder einmal mehr eine Respektlosigkeit. Ich spürte, dass ich damit schlecht zugang komme, weil mein Leben geprägt ist von Respektlosigkeiten. Ich bin es gewohnt, möchte es aber ändern und erlaube es nicht mehr. Diesem Mann war ich aber ein Stück weit ausgeliefert in diesem Moment, da ich überfahren war und mir nicht zu helfen wusste. Nächstes Mal werde ich gewappnet sein und mir bewusst, dass ich die Emotion des Anderen nicht ändern kann, ich muss es mir aber nicht bieten lassen und kann den Raum verlassen und Hilfe holen.
Ich weiss jetzt nicht, ob ich das Ganze falsch verstehe, aber für mich ist es so ein Segen.
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Libelle
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 20:02 |
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Die Begebenheit, die du beschreibst, verstehe ich. Für mich gehört das zur Übertragung.
Klar, die Begriffe sind miteinander verwandt. Und gerade solche Begebenheiten zu durchschauen habe ich in der Analyse gelernt. Danke dafür. Aber wo ist der Spiegel? Hältst du dir den selbst vor indem du zu dem Ergebnis kommst, dass du paralysiert warst wegen der Respektlosigkeit in der Vergangenheit?
Danke Neblina
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Neblina
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 20:07 |
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Registriert: Mo 5. Dez 2011, 09:42 Beiträge: 238
Alter: 0
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Genau. Ich war hilflos. Unfähig, adäquat zu reagieren. Wie ich das angehe, weiss ich noch nicht. Aber ich werde es. Ganz sicher. Das Spiegeln half mir dabei. Er übertrug mir seinen Ärger. Ich spiegelte den Schmerz der Vergangenheit, ich fühlte ihn ganz schmerzhaft. Das bekannte Muster. So kam es mir vor.
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Libelle
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 20:16 |
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Mit deinem letzten Satz habe dich verstanden.
Den Spiegel sehen NACH der Übertragung ist Selbsterkenntnis?
Wenn dem so ist - und dann?
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Yvette
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 20:21 |
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Registriert: Do 3. Nov 2011, 10:19 Beiträge: 1227
Geschlecht: w
Alter: 12
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Hallo Ihr beiden Lieben! Für mich ist das Spiegeln die Resonanz der Außenwelt, die immer meiner Innenwelt entpricht. Ich bekomme von Mensch und Tier, von Landschaften und Lebensumständen, von allem - vom Leben selbst - zurückgeworfen, was in mir ist. Beispiele hätte ich zuhauf. LG Yve
_________________ Sei vorsichtig, wessen Rat Du Dir holst, aber sei geduldig mit denen, die Dir Rat geben. - M. Schmilch -
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Libelle
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 20:32 |
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YES Ibettchen, manchmal merk ichs ja, manchmal ist es aber so geheimnisvoll:
WANN Weiß ich ob ich gespiegelt werde - so wie bei deinem Beispiel oder ob der Ursprung der Aggression z. B. wie Neblinas Beispiel von jemand anderem kommt.
PS - ein Thread für alle und alles -
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unbekannt
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 20:41 |
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Schwierig ... Wenn mein Gegenüber mich bewusst spiegelt (also sich benimmt wie ich, die gleiche Haltung einnimmt, den gleichen Gesichtsausdruck etc. - das heißt doch "spiegeln"?), dann komme ich mir meist etwas verarscht vor, denn ich wittere dahinter dass das, was ich mache oder wie ich blicke etc. kritikwürdig ist, fehlerhaft, nicht angemessen, nicht korrekt, und dass es eigentlich kritisiert oder gar korrigiert werden soll. Doch anstatt mir das direkt zu sagen, verlegt sich mein Gegenüber aufs Spiegeln, was ja einerseits dezenter ist (ich merke es ja oft nicht gleich), was andererseits aber auch Überlegenheit markiert und somit ein wenig arrogant erscheint (mir). Wenn mich mein Gegenüber unbewusst spiegelt (gerade gestern wieder beobachtet: Beim Essen legte mein Gast ihre Gabel ab, wenn ich meine hatte sinken lassen; sie griff zum Glas, wenn ich trank u.s.w.) fühlt sich das ein wenig unheimlich an, weil - eben da es unbewusst ist - man gar nicht merkt, wie nah man sich ist. (Und weil ich auch über das Manipulationspotential nachdenke, das diesem psychologischen Mechanismus eignet.)
Einen lieben Gruß in die Runde von Sigune @Libelle: den Metzinger werde ich mir mal genauer anschauen, danke!
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Else
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 22:06 |
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Registriert: Fr 4. Nov 2011, 15:40 Beiträge: 827
Geschlecht: w
Alter: 43
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Sigune hat geschrieben: Wenn mein Gegenüber mich bewusst spiegelt (also sich benimmt wie ich, die gleiche Haltung einnimmt, den gleichen Gesichtsausdruck etc. - das heißt doch "spiegeln"?), dann komme ich mir meist etwas verarscht vor, denn ich wittere dahinter dass das, was ich mache oder wie ich blicke etc. kritikwürdig ist, fehlerhaft, nicht angemessen, nicht korrekt, und dass es eigentlich kritisiert oder gar korrigiert werden soll. Genau so empfinde ich das auch, also eigentlich fühle ich mich da dann eher verunsichert, wenn ich Spiegelung sprüre. Meine also, mich selbst zu sehen und das gibt mir jede Menge Denkaufgaben.... Ich merks z.B. bei einfachsten Dingen. Ich gehe gern auf Menschen zu und hab da auch z.B. keine Scheu, auch mal jemanden im Supermarkt o.ä. in einen kurzen lockeren Plausch zu verwickeln. Das kann der nette Nachbar sein, oder das liebe Muttchen, welches hilflos versucht, irgendwelche Milchtütenbeschreibungen zu entziffern. Ich bin da meist freundlich zugewandt, dränge aber niemandem ein Gespräch auf und mache damit durchweg gute Erfahrungen. Bin ich aber mistig drauf und will nur meine Ruhe haben, sind auch für mein Empfinden alle nervig und aufdringlich. Da begegnen mir die unfreundlichen Menschen , rücken mir an der Kasse auf die Pelle, verwickeln mich in nervige Pläusche.... ätzend. Wobei es nur mein Spiegel ist. Beste Spiegel sind m.E. allerdings immer Tiere. Da sieht man alles 1:1, ohne verstandesmäßiges Verstellen, darauf einstellen o.ä. LG Else
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Yvette
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 22:14 |
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Registriert: Do 3. Nov 2011, 10:19 Beiträge: 1227
Geschlecht: w
Alter: 12
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Ihr Lieben, unter bewusstem Spiegeln verstehe ich etwas anderes. Das, was ich meine, ist das unwillkürliche Spiegeln, das aber immer erfolgt - eben die Resonanz des Außen aufgrund dessen, was im Inneren ist. (Um es verständlicher zu machen: Schon das alte Sprichwort "Wie ich in den Wald hineinrufe, so schallts heraus" besagt das im wesentlichen.) Ich kann das Außen im übrigen nur auf dem Hintergrund des Inneren empfinden, wie ein Spiegel eben. Das bewusste Spiegeln ist hingegen eine Technik aus dem NLP, so kenne ich es jedenfalls. Wir können natürlich nicht Äpfel mit Birnen vermischen. LG Yve
_________________ Sei vorsichtig, wessen Rat Du Dir holst, aber sei geduldig mit denen, die Dir Rat geben. - M. Schmilch -
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Libelle
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 22:17 |
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Danke Yvette,
ich kenne das bewusste Spiegeln aus der Analyse - ohne Worte. Einfach nur durch fühlen. Wir sprechen darüber. Bitte, hat nix mit Symbiose zu tun.
Kannst du mir bitte das erklären mit dem NLP?
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Yvette
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 22:19 |
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Registriert: Do 3. Nov 2011, 10:19 Beiträge: 1227
Geschlecht: w
Alter: 12
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NLP setzt das bewusste Spiegeln - wie eine Art Nachäffen - als Technik ein, um das Gegenüber zu beeinflussen; das mag ich persönlich nicht, es ist für mich, wenn es "heimlich" geschieht, Manipulation.
Also, um es näher zu erklären:
Ich sitze jemandem gegenüber, dieser legt die Hand an die Wange - ich mache es ebenso. Er rückt sich zurecht, zupft vielleicht an der Kleidung; ich mache das unauffällig auch. Er verschränkt die Arme, ich tue das ebenfalls. (Der Witz ist, das das dem Gegenüber NICHT auffällt! Wenn man es nicht weiß, merkt man es tatsächlich nicht oder erst sehr spät.).
Das Ganze wird so gemacht, um den anderen für sich einzunehmen bzw. Sympathie zu schaffen; angeblich wirkt das so.
_________________ Sei vorsichtig, wessen Rat Du Dir holst, aber sei geduldig mit denen, die Dir Rat geben. - M. Schmilch -
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Libelle
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 22:27 |
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Manipulation reicht mir da nach deiner Beschreibung nicht, ich wäre beleidigt - und wie!!!
In der Analyse (= Gefühlsschule) ist es auch eine Technik, u.a. eine wortlose. Bei Lacan habe ich mal was in der Richtung gelesen, es damals nicht verstanden, da selbst nicht erlebt. Weiß vielleicht jemand wo das stand? Lacan will ich nicht noch mal lesen. da sterbe ich lieber dumm
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unbekannt
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 22:42 |
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Sorry, von Lacan habe ich nie etwas gelesen (nur ein bissl was über ihn - gab's da nicht dieses "Spiegelstadium" in der frühkindlichen Entwicklung?). Dafür aber habe ich mal eine schwarzweiß-Doku über Lacan gesehen, wo man unter anderem Zeuge seiner Blitzanalysen wurde ---- leider mal wieder Wasser auf die Mühlen derer, die meinen, dass jede/r AnalytikerIn selbst vollkommen gagga sei ...
Aber, liebeste Libelle, ich dachte, es geht Dir mit dem Thread und Deiner Frage gerade nicht so sehr um die theoretischen Hintergründe solcher "Fachbegriffe", sondern darum, wie sich das für uns alle anfühlt, wenn aus einem dieser Begriffe mal gelebte Therapie wird? Falls ich da was missverstanden habe, tut's mir leid.
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Libelle
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 22:43 |
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Doch sigune, es geht mir um das erlebte Gefühl des Spiegelns.
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neko
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 23:00 |
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Registriert: Mo 7. Nov 2011, 10:33 Beiträge: 823
Geschlecht: w
Alter: 48
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libelle, ich würdeso gerne was von dir zu der situation hören, in der dein spiegel stand....
ich glaube übrigens bei mir, dass ich viel öfter meine therapeutin spiegele als umgekehrt...hin und wieder hatte ich das, dass sie mir mit so viel tiefer wärme imblick begegnet ist, dass es auch in mir zu strahlen anfing...ich glaub, zur zeit brauch ich noch das gefühlsanriebkabel von ihr..........
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maischa2
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 23:03 |
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Registriert: Sa 12. Nov 2011, 02:18 Beiträge: 1692
Alter: 0
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Es kommt immer drauf an, wie gespiegelt wird: Ist es eher ein Nachmachen, vielleicht sogar übertrieben in Richtung "nachäffen": nein Danke!!!
Ist es eine vertraute Person, macht sie es auf Nachfrage oder Bitte, macht sie es behutsam, ohne dass ich das Gefühl bekomme, sie will verletzen, einfach drauf los kritisieren oder "einfach reden, um überhaupt was reden zu können",...ist es mehr wie ein behutsames Hilfeangebot und kann ich entscheiden, ob ich es haben will oder nicht,...dann kann es durchaus hilfreich sein, wohl wissend, dass man/ich stopp sagen kann, auch in kleinen Schritten voran gegangen werden kann, gemeinsam reflektiert, später nochmal aufgegriffen, etc. werden kann. Es kommt also für mich auf Person, Situation, Art und die Frage an, ob es grade angebracht ist oder nicht..und auch welche Intention dahinter steckt.
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Libelle
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 23:06 |
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Ich habe es bewußt in nur zwei Situationen erlebt: Erste: ich hätte wütend sein müssen, war es aber nicht. Mich hat die Wut, die von meiner Analytikerin kam, fast umgehauen. Zweite: ich hatte etwas aus meiner frühen Kindheit erzählt, das damals mit nackter Angst verbunden war, die ich als ich es erzählte nicht hatte. Die Angst, die ich hätte haben müssen, kam von ihr.
Darauf fiel zum zweiten Mal "ich spiegele Sie".
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maischa2
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 23:10 |
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Registriert: Sa 12. Nov 2011, 02:18 Beiträge: 1692
Alter: 0
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Hm, spiegeln ist für mich ein Wiedergeben dessen, was ich tue bzw. jemand tut (im positiven Sinne, das andere wäre eher nachäffen). Wenn jemand ein Gefühl zeigt, auf eine Erzählung von mir, dann wäre das für mich eher Resonanz. Wenn jemand ein Gefühl mit der Absicht auf eine Erzählung von mir zeigt, um mir zu zeigen, was bei mir ihrer Meinung nach hätte sein können, ist es für mich eine Vermutung der Person, die dieses Gefühl für mich zeigt. P.S.: Hallo Libelle!
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neko
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 23:13 |
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Registriert: Mo 7. Nov 2011, 10:33 Beiträge: 823
Geschlecht: w
Alter: 48
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danke, libelle. das sind schöne geschichten. mir treibt es ein paar tränen in die augen. und - eine erinnerung steigt in mir hoch: aus dem zweiten jahr meiner analyse, in dem ich viel erzählte, viel unverdautes, tastend, unsicher, aber ohne viel gefühl. das hatte ich dazu noch nicht. woche für woche haben mich ihre blicke nach hause begleitet, voll schmerz und angst. und dann ganz langsam kam eine ahnung davon, wie sich das anfühlt...mir ist das lieb und teuer, auch wenn es damals um heftiges ging
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Libelle
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 23:19 |
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Hallo Maischa, schön dass du wieder da bist.
neko: ich glaub ich kapiers. Darauf kam dann eben das Ärgernis, das die Zeit wahrscheinlich nicht reicht. Hab ich da was abgespalten oder bin ich da gefühlslos? Neuerdings lächelt sie mich beim Abschied immer so an, dass ich grad davon laufen könnte. Wie ging das bei dir weiter?
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maischa2
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 23:28 |
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Registriert: Sa 12. Nov 2011, 02:18 Beiträge: 1692
Alter: 0
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Libelle hat geschrieben: Hallo Maischa, schön dass du wieder da bist. 
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neko
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 23:35 |
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Registriert: Mo 7. Nov 2011, 10:33 Beiträge: 823
Geschlecht: w
Alter: 48
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ist es bei dir auch dieser waidwunde blick? das hat auf mich irrsinnig ambivalent gewirkt. es hat mich in die schuld, ins kotzen, ins das innere wüten gegen mich selbst getrieben. aber ich habe auch jeden blick sorgsam aufbewahrt wie eine perle in einem kleinen schatzkästlein...wie ging es weiter? über viele,viele umwege kann ich langsam all die ambivalenten gefühle benennen, dies solche blicke und solche töne bei mir auslösen, kann über die sehnsucht reden, ihre sorge zu spüren und über die irre angst vor dieser sehnsucht. nicht dass ich ihr damit etwas neues erzähle.aber ich kann esaussprechen und lerne gerade das aushalten dessen, was nach dem aussprechen kommt. dafür gibt es hin und wieder noch ein donnerndes inneres strafgericht, aber auch darüber kann ich reden in einem vokabular, das wir dafür mittlerweile auf halde, also gewissermaßen vorrätig haben...
überhaupt: ich finde, jeder sollte/müsste nach seiner analyse ein wörterbuch schreiben. denn darum geht es doch oft, nicht? darum worte zu finden, die wahr sind und die man trotzdem aussprechen kann.
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Libelle
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 23:47 |
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Und genau davor habe ich Angst, ich will nicht mehr (wie in Kindertagen) kotzen, ich will nicht mehr da durch, ich will keine Sehnsucht, alles kann ich noch sehr gut im Zaum halten. Wenn ich das Schatzkästchen aufmachen würde, was kommt danach? Ich bin ihre letzte Patientin bevor sie in Rente geht. Du kannst vielleicht später noch mal hingehen, zumindest hättest du die Möglichkeit.
Das Wörterbuch schreibe ich schon lange ganz bewußt.
So Danke Dir´/Euch, mein Point of aushalten können ist damit erreicht.
Guts nächtle
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maischa2
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Verfasst: Fr 30. Dez 2011, 23:50 |
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Registriert: Sa 12. Nov 2011, 02:18 Beiträge: 1692
Alter: 0
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Darf ich mal fragen, was für ein Wörterbuch das ist? (Neugierig guck) ...und ja: Gute Nacht! 
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