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 Betreff des Beitrags: Heftiges Weinen in der Therapie
BeitragVerfasst: Mi 14. Dez 2011, 21:43 
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Hallo,

schreib jetzt mal nach ein wenig Mitlesen.
Also mir gehts so, dass ich in der Therapie sehr viel weinen muss, bin im wirklichen Leben nicht so aufgeweicht.
vielleicht zur Info, dass ich so an die ca. 5 jahre in Therapie bin, die auch selbst bezahle.
für mich war und ist Therapie ein gaaaaanz wichtiger Ort, die Begegnung mit meinem Therapeuten (mann) ist für mich wichtig.
wir unterhalten uns nur, das bringt mir aber viel.
Ich würde gerne verstehen, warum man in Therapie so viel weinen "muss" und kann, das kam immer mehr mit der zeit.
Mich haut das ganze therapeutische Geschehen oft um und beschäftigt mich immer wieder sehr.
Wenn es mir im Alltag schlecht geht spüre ich meinen Therapeuten so im Hintergrund und das tut gut. Weiss schon, dass das helfen kann,
dass ich mir das selbst irgendwann gebe, was fehlt.
Bin auch schon an der Praxis vorbei gefahren, um näher zu sein.
Jetzt zu meinen Fragen:
Früher hatte ich solche Gefühle nie - welche Ursachen hat es, dass sie in einer langen Therapie immer mehr aufkommen?
Ist das normal bzw. Gewohnheit, Bequemlichkeit oder zeigt sich da Not? (im wirklichen Leben bin ich ein Arbeitstier).
Ich weine nur in Therapie so viel, mir bedeutet sie viel (die Therapie), kann das manchmal kaum fassen.
Ich kann schlecht Gefühle aushalten, mich überfällt es total und ich kann das kaum kontrollieren bzw. immer weniger.
Wie kann man lernen Gefühle besser zu fassen, wie macht ihr das?

Freue mich über eventuelle Ideen von euch (ich habe keine Diagnose, mein therapeut arbeitet ohne diese, sagte nur mal was von "frühen problemen").
Grüße von Hannah!

p.s. Vielleicht noch: schäme mich schon oft dafür, weil ich schon etwas älter (um die 40 fast) bin.
Sorry für die Fehler, nächstes Mal weniger.


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Mi 14. Dez 2011, 21:43 




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 Betreff des Beitrags: Re: Heftiges Weinen in der Therapie
BeitragVerfasst: Mi 14. Dez 2011, 22:07 
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Hannah hat geschrieben:
Ich weine nur in Therapie so viel, mir bedeutet sie viel (die Therapie), kann das manchmal kaum fassen.
Ich kann schlecht Gefühle aushalten, mich überfällt es total und ich kann das kaum kontrollieren bzw. immer weniger.
Wie kann man lernen Gefühle besser zu fassen, wie macht ihr das?


Hallo Hannah ,
wer in deinem Post Fehler findet darf sie behalten ;)

wenn du in der therapie weinen und auch darüber mit deinem Thera sprechen kannst ist das gut , das Lebensalter ist dabei gar nicht wichtig egal ob 20 oder 30 Jahre oder vieleicht 80 .
wie du deine Gefühle besser fassen kannst dabei sollte dir dein Therapeut helfen , da könnte ich dir keinen Rat geben weil ich selbst noch lerne Gefühle in mir wahr zu nehmen , sorry
sagen wollte ich dir das du dich nicht schämen brauchst :knuddel:

lg , alena


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 Betreff des Beitrags: Re: Heftiges Weinen in der Therapie
BeitragVerfasst: Mi 14. Dez 2011, 22:10 
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Hallo Hannah,

ich glaube, das kann einfach daran liegen, weil man in der Therapie Dinge bespricht, die auch traurig machen. Da ist man einen Moment auf sich konzentriert, da ist nicht mehr soviel, worauf man (draußen) reagieren muss, man ist bei sich und für sich. Vor allen Dingen ist da aber auch jemand, der einem zuhört, der einen ernst nimmt, der einen versteht. Vielleicht hat man sich das ein Leben lang gewünscht, hat es auch in seinem Alltag nicht,...und wenn man das dann in der Therapie erfährt, kann das auch traurig machen. Dann kann ich mir vorstellen, dass das vielleicht auch ein bisschen so sein kann, dass man die Praxis, den oder die Therapeut/in mit bestimmten Dingen verbindet und man dann manchmal scheinbar "automatisch" traurig wird, wenn man an diese/n denkt, in die Praxis kommt, einen Platz, eine Haltung einnimmt, wenn er oder sie bestimmte Dinge sagen. Ja, so denke, kann das zusammen hängen, wenn man in der Therapie auf einmal viel weint.


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 Betreff des Beitrags: Re: Heftiges Weinen in der Therapie
BeitragVerfasst: Mi 14. Dez 2011, 22:25 
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Hallo alena und maischa2,

danke für eure beiden Antworten.
Ja das mit dem Schämen ist schon manchmal da.
Habe es auch schon in der Therapie eingebracht, wie ich besser Gefühle fassen, halten kann. Na ja, anschauen, akzeptieren hilft mir nicht immer,
um eine größere Distanz hinzubekommen.

Ich habe im wirklichen Leben einige Leute, die für mich da sind, die mir sehr nahe sind, die mich ernst nehmen, also, das fehlt mir eigentlich nicht.
Werde auch nicht traurig, wenn ich an meinen Therapeuten denke oder in die Praxis komme, eigentlich zähle ich eher die Tage bis ich wieder kommen kann
(auch dafür schäme ich mich manchmal, dass ich solche kindlichen Gefühle habe).
Klar ist, dass ich manchmal noch belastende Themen habe, ja und da müssen meine Freunde nicht immer aushalten "müssen".


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 Betreff des Beitrags: Re: Heftiges Weinen in der Therapie
BeitragVerfasst: Mi 1. Feb 2012, 16:25 
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Wollte nur mal posten, dass es mir mit meinem Problem hier besser geht. :freu:
HIlfreich war, bei diesen Emotionen in der Therapie zu bleiben, sie zu benennen, dran zu bleiben, sie zu ertragen. Das verhalf schon zu mehr Distanz.
Habe mich etwas "gezwungen". es nützt ja nix, wenn ich davonlaufe, auch paar Kommentare meines Theraputen haben mich
sehr zum Nachdenken gebracht (Wollen Sie das überhaupt? Was möchen Sie lernen? Ist Ihnen das wichtig? Warum? ......) und ich bin nicht
ausgewichen, zumindest nicht wie sonst. Hat auch lang genug gedauert und in mir schon sehr heftig gewirkt, hatte auch Probleme mit einem
Freund, den ich damit zu sehr belastete und mir klar wurde, dass es so nicht weiter gehen kann. Er und meine Familie können nichts dafür, was ich
aus meiner Situation mache, dafür trage allein ich Verantwortung.

Bin dabei, die Therapie etwas auszuschleichen (gehe jetzt 1-2 im Monat hin) weil ich auch gemerkt habe, dass ich mehr Zeit für mein Leben brauche.
Den Halt (denk manchmal, dass mein Therapeut mit mir dabei ist) spüre ich ja trotzdem noch und im Alltag kann ich relativ gut mit heftigeren Gefühlen um gehen, obwohl ich in
einem momentan nicht ganz einfachen Arbeitsfeld (wo gibt es das schon :kopfkratz: ) wirke. Aber auch da spüre ich, dass ich innerlich stärker geworden bin, mit manchem besser oder mindestens anders umgehen kann. Na ja, mal sehen, wie es weiter geht.

:wink: Hannah


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 Betreff des Beitrags: Re: Heftiges Weinen in der Therapie
BeitragVerfasst: Mi 1. Feb 2012, 16:29 
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Das ist ja eine tolle Nachricht Hannah. Vielen Dank für die Rückmeldung. Wie ging das alles so schnell, dass Du Dich jetzt so sicher fühlen kannst?

gx draußen


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 Betreff des Beitrags: Re: Heftiges Weinen in der Therapie
BeitragVerfasst: Mi 1. Feb 2012, 18:06 
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Hannah hat geschrieben:
Wollte nur mal posten, dass es mir mit meinem Problem hier besser geht. Bin dabei, die Therapie etwas auszuschleichen (gehe jetzt 1-2 im Monat hin) weil ich auch gemerkt habe, dass ich mehr Zeit für mein Leben brauche.
Den Halt (denk manchmal, dass mein Therapeut mit mir dabei ist) spüre ich ja trotzdem noch


liebe hannah ,
schön das es dir besser geht und und es uns mitteilst ,

ich gehe auch 2mal im Monat zur Therapie , den Halt vom Therapeuten spüre ich dazwischen auch .
Wobei er manchmal verschwindet - je nach dem was in mir abläuft - aber ich habe die Sicherheit das er da ist und das Hilft mir .

Du hast sehr viel geschafft , ich laufe immer noch aus der Situation heraus , ich muss nicht weinen -
aber es wird noch sehr wichtig werden und dann denke ich an dich das ich benenne was in mir ist .

lg , alena


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 Betreff des Beitrags: Re: Heftiges Weinen in der Therapie
BeitragVerfasst: Mi 1. Feb 2012, 18:19 
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Na ja, so sicher ist das nun auch noch nicht alles, aber sicherer immerhin schon.
Sagen wir mal so: manchmal noch wackelig mit einem stabiler werdenden Fundament.
Was mir geholfen hat und hilft, ist meine Probleme ernster zu nehmen, mich selbst ernst zu nehmen und
die Gefühle, die da sind, nicht so massiv zu verurteilen, abzuwerten. Da bin ich wohl "Weltmeister" oder "Olympiasieger" darin. :confused:
Darauf bin ich überhaupt nicht "stolz", denn damit hindere ich mich wirklich an vielem.
Komme gerade aus einer Therapiestunde, die sehr heftig war (viele Tränen, Gefühle der Scham), weil mein Therapeut dieses Sich-selbst-Verurteilen
unterbricht, nicht mehr akzeptiert und das ist gut, da sind Grenzen da, weil es mir nicht gut tut und es nichts bringt, "diese Platte" dauernd zu wiederholen.
Und mir hilft es, von anderen Menschen zu lernen ohne zu vergleichen. Es gibt so viel Schicksale, die mich berühren, wo ich einfach versuche wahrzunehmen, wie andere damit umgehen.
Und es hilft mir auf meinen Atem im Alltag zu achten, vor allem, dass ich mir hin und wieder Zeit zum Ausatmen lasse, langsamer, ruhiger werde.

Ich bin noch nicht fertig, aber "selbständiger", fühle mich nicht mehr so den Verhältnissen unterworfen (egal welchen), sondern kann selbst damit umgehen (hab ja die Wahl).
Freue mich gerade leise.
Hannah.

danke alena für deinen Beitrag. Wünsche dir, dass es dir gelingen möge, Situationen, Gefühle anzuschauen und zu benennen. Lieben Gruß!


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 Betreff des Beitrags: Re: Heftiges Weinen in der Therapie
BeitragVerfasst: Mi 1. Feb 2012, 18:21 
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Liebe Hannah

Auch ich finde es schön, dass du dich gut fühlst.

Zum Weinen an sich kann ich dir nur sagen, wie es in meinem Erleben ist.
Ich hab auch schon in der Therapie geweint, weil es einem im Innersten treffen kann. Auch ich schäme mich fest dafür, das Schämen sagt halt auch was über einen aus. Dieses Berührt-sein, kommt es nicht auch besonders dann zu tage, wenn in der Therapie etwas positives angesprochen wird? Bei mir ist das so.
Das ist die Abweichung von meinem "Programm", das ich gewohnt bin. Mit Schlechtem, Schweren kann ich gut umgehen. Mit dem Guten, Positven eben nicht, das berührt mich zutiefst.
Es ist auch schon besser, dann übermannt mich aber immer das Schämen mehr. So ganz komme ich nicht los davon, mich zu genieren, wenn mir was Gutes gesagt wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Heftiges Weinen in der Therapie
BeitragVerfasst: Do 2. Feb 2012, 08:10 
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Hannah hat geschrieben:
Na ja, so sicher ist das nun auch noch nicht alles, aber sicherer immerhin schon.
Sagen wir mal so: manchmal noch wackelig mit einem stabiler werdenden Fundament.
Was mir geholfen hat und hilft, ist meine Probleme ernster zu nehmen, mich selbst ernst zu nehmen und
die Gefühle, die da sind,



Liebe Hannah ,

da ist doch schon ganz viel da bei dir und das ist so schön
und wichtig was sich geändert hat , du hast den Anfang geschafft
und Schritt für Schritt wirst du weiter kommen .

ich bin schon länger in Therapie - kann mich bis jetzt noch
nicht ernst genug nehmen -
morgen habe ich eine extra Stunde vor dem Urlaub meines Theras ,
jetzt ist schon wieder in mir was ich da erzählen soll ?

alles Gute dir weiterhin , alena :wink:


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