Unbeantwortete Themen | Aktive Themen
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gompert
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Verfasst: Di 6. Dez 2011, 10:12 |
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Registriert: Mo 7. Nov 2011, 10:50 Beiträge: 498 Wohnort: ganz links und dann noch weiter
Geschlecht: m
Alter: 13
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Meint Ihr traumatische Abfälle von eueren Eltern rumzuschleppen? Ich schon. Der Begriff Transgenerationale Übertragung soll aus der Psychoanalyse stammen, und beinhalten dass in der Elterngeneration Traumen verursacht sind, die dann nonverbal in die Generation der Kinder eindringen, weil sie von den Eltern nicht bewältigt worden waren, sondern über Ängste und Abwehr gegen die traumatische Erfahrung von die Psychen der Kinder übernommen werden.
Selbst kann man seine Wehwehchen therapieren. Aber wie schützt man die nächste Generation wenn die Übertragung vor der Nase passiert?
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Verfasst: Di 6. Dez 2011, 10:12 |
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Neblina
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Verfasst: Di 6. Dez 2011, 10:25 |
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Registriert: Mo 5. Dez 2011, 09:42 Beiträge: 238
Alter: 0
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Lieber Gompert
Das ist ein Thema, das mich schon lange rumtreibt.
Ich glaube auch, dass man solche Traumas weitergibt. Sicher sogar. Ich hatte eine schwer persönlichkeitsgestörte, depressive Mutter, die eigentlich nur mit sich selber beschäftigt war. So konnten wir Kinder keinerlei Urvertrauen, Boden oder Liebe bekommen oder aufbauen. Die Folgen empfinde ich als schrecklich. Alle Kinder, die bei ihr aufwuchsen, haben Probleme. Ich bin wohl die einzige, die aktiv daran arbeitet. Trotzdem denke ich, bereits wieder einen Teil weitergetragen zu haben. Zumindest die Melancholie, den Hang zur Depression, so einiges mehr noch kann ich in meinen Kindern wieder sehen. Ich versuche jetzt aktiv Gegensteuer zu geben, zu korrigieren, was noch möglich ist. Ihnen die Angst vor der Welt, vor dem Leben zu nehmen. So ganz kann man aber nicht gegen seine Natur.
Selber leide ich momentan sehr unter den Folgen, unter den Spuren, die auf diese Weise in meiner Seele hinterlassen worden sind.
Herzlich grüsst dich Neblina
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Augustine O.
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Verfasst: Di 6. Dez 2011, 15:32 |
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Registriert: Fr 18. Nov 2011, 21:34 Beiträge: 1088
Geschlecht: w
Alter: 36
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Lieber Gompy,
interessantes Thema, das mich auch ab und an beschäftigt. Ich glaube sogar, auch den seelischen Unrat von Großeltern und noch mehr Ahnen mit mir rumzuschleppen. Insbesondere aber die Kriegs- und Nachkriegserfahrungen stecken mir glaube ich in Knochen und Weichteilen. Die Scham und die Schuld der Mitläufer, die Verbrechen meines Großvaters, der in Russland seine ganze Kompanie in den Tod schickte, seine Erfahrungen der Kriegsgefangenschaft und und und... Wer von denen, die dabei waren hat denn sein Päckchen aufgearbeitet? Die wenigsten und meine Großeltern sicherlich nicht. Sie haben jede Menge Scham und Schuld an meine kurz vor Kriegsende geborenen Eltern weitergegeben und die wussten schon nicht mehr genau, wo es herkam. Ich bin mir sicher, dass wir das alles noch in uns tragen, auf die ein oder andere Art. Ich hatte vor einiger Zeit mal einen Halbwach-Alptraum, in dem Panzer fuhren und eine asphaltierte Straße zerstörten. Ich hab mich danach gefragt, ob ich sowas wirklich gesehen haben könnte. Ich bin im ehemaligen Zonenrandgebiet aufgewachsen. Da gab es den Bundesgrenzschutz. Aber sowas hab ich nie gesehen. In diesem Traum war ich mitten im Krieg..
Da mag es noch tausend andere Beispiele geben, wie auch Missbrauch und alles mögliche an Trauma 'sozial' vererbt wird. Und sowas aufzuarbeiten ist extrem schwer, eben weil man nicht mehr weiß, wo es her kommt und das auch gar nicht wissen kann. Sowas alles dann nicht nochmal weiterzugeben an die eigenen Kinder kann man versuchen, so gut es geht. Ganz verhindern kann man das glaube ich nicht.
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Yvette
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Verfasst: Di 6. Dez 2011, 15:42 |
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Registriert: Do 3. Nov 2011, 10:19 Beiträge: 1227
Geschlecht: w
Alter: 12
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Gompert,
das ist genau MEIN Thema, von den Eltern übernommenes Trauma.
Es war wohl nur ein kleines Stückchen aufzuarbeiten, und nun komme ich damit nicht mehr weiter ... ich kann nicht beurteilen, wie weit es noch die Enkel und deren Kinder beeinflussen wird; ich hoffe zumindest, sehr viel weniger als noch die erste nachfolgende Generation.
Wir können nur schaffen, was uns möglich ist. Manche Dinge sind nicht innerhalb einer Generation zu bewältigen; das gilt es vermutlich auch zu akzeptieren.
_________________ Sei vorsichtig, wessen Rat Du Dir holst, aber sei geduldig mit denen, die Dir Rat geben. - M. Schmilch -
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Yvette
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Verfasst: Di 6. Dez 2011, 16:57 |
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Registriert: Do 3. Nov 2011, 10:19 Beiträge: 1227
Geschlecht: w
Alter: 12
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ostara hat geschrieben: Gewalt frisst sich in die Seelen von Opfer und Täter, die daraus resultierenden Traumata werden - meist von einem Mantel des Schweigens bedeckt - unbewusst an Kinder und Enkelkinder weitergegeben. Und das über Generationen. ... Der Weg der Befreiung (so Opelt): Wenn Verdrängen nicht mehr möglich ist, wenn sich Menschen mit den Schrecken ihrer Vorfahren auseinander setzen. Deshalb bin ich froh, dass der Mantel des Schweigens, der meine gesamte Kindheit und Jugend überschattete, sich mit Anfang Zwanzig hob und auch wenn es schrecklich war, alles ans Tageslicht kam. Danke für den Buchtipp, vielleicht finde ich bald die Kraft, so etwas zu lesen ... LG Yve
_________________ Sei vorsichtig, wessen Rat Du Dir holst, aber sei geduldig mit denen, die Dir Rat geben. - M. Schmilch -
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Yvette
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Verfasst: Di 6. Dez 2011, 17:44 |
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Registriert: Do 3. Nov 2011, 10:19 Beiträge: 1227
Geschlecht: w
Alter: 12
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Das ist Gompys Thread, und ich möchte hier nicht zu viel Raum einnehmen (meine eigene Geschichte steht anderswo); nur noch so viel zu dem, was Du schreibst: Es war AUF JEDEN FALL gut und richtig, dass es endlich ausgesprochen wurde, und - bei aller Schwere - auch das, was sich anschloss. Die Dunkelheit hatte mich ja zeitlebens begleitet und war schrecklich genug gewesen.
LG Yve
_________________ Sei vorsichtig, wessen Rat Du Dir holst, aber sei geduldig mit denen, die Dir Rat geben. - M. Schmilch -
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Stehaufmädchen
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Verfasst: Di 6. Dez 2011, 20:35 |
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Registriert: Fr 4. Nov 2011, 17:20 Beiträge: 533
Geschlecht: w
Alter: 33
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Lieber Gompert.
Mir sind verschiedene Arten des Schutzes bekannt: Sensibilisierung und Desensibilisierung, offene Aufklärung (evtl durch ehemals Betroffene), Psychoedukation und ganz ganz ganz viel Geduld und die Fähigkeit der Aufklärer sich relativ angstfrei hinterfragen zu lassen. Die nachfolgende Generation entscheidet selbst, was sie wovon und wieviel davon annimmt und umsetzt. Haben wir darauf Einfluss? Ausgangsgünstig denke ich mal ist, wenn man selbst in Kontakt mit der heilzuhaltenden Generation ist, sonst erreicht die Heilsbotschaft ja nicht die Gemeinten! So wäre das die Voraussetzung. Um vorzuleben, was man selbst Gesundes lebt.
Grüße, stehaufmädi
_________________ “The universe is full of magical things, patiently waiting for our wits to grow sharper.” Eden Philpotts
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FrauL
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Verfasst: Fr 16. Dez 2011, 13:30 |
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Registriert: Fr 16. Dez 2011, 13:04 Beiträge: 1
Alter: 0
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Erstmal ein Hallo an die Runde ;-) ich war mit meinem Sohn (12 Jahre) diese Woche beim "Stellen" . Er wirkte leicht depressiv und traurig und seine körperlichen Symptome äußerten sich in starken Verspannungen, Krämpfen und Zuckungen. Wir haben das klinisch untersuchen lassen mit dem Ergebnis, dass er werder Epilepsi, noch Tourett oder Ads hat. Er sein was seelisches, er "trägt" was und kann sich davon nicht abgrenzen. Deshalb also ein "Stellen" und dort wurde klar, das es eine Übertragung von Seiten meiner Urgroßmutter gibt. Ich bin 46, meine Mutter war Anfang 20 als ich zur Welt kam, ihre Mutter ist geb so um 1910. Weiter kann ich das noch nicht zurück verfolgen. Jedenfalls sind bis auf mich und meinen Sohn ( logisch) alle schon lange verstorben. Meine Frage jetzt an die Runde: ist es echt möglich, dass mein Sohn (3.geborener) da unbewußt etwas tragen kann, oder konnte, was so lange her ist? Es geht ihm augenscheinlich viel besser, er stottert so gut wie gar nicht mehr und seine Verspannungen lösen sich zusehends. Unglaublich für mich und doch bin ich sehr froh, das wir uns darauf einlassen haben können. Kann mir jemand nochmal bestätigen, dass es sich in der Tat um so ein Phänomen gehandelt hat? Danke und noch eine gute Zeit :-)
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gompert
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Verfasst: Sa 17. Dez 2011, 16:36 |
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Registriert: Mo 7. Nov 2011, 10:50 Beiträge: 498 Wohnort: ganz links und dann noch weiter
Geschlecht: m
Alter: 13
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Hallo FrauL, Ich fürchte da sind wir in diesem kleinen Forum etwas überfragt. Erfahrungen mit Stellen hat hier keiner soviel ich weiss. Und selbst wenn es dieses Phänomen geben würde, kann ja der 'Steller' ein Betrüger sein. Wenn aber dein Sohn sich dabei wirklich gut erholt, dann soll was andere davon halten dir doch wurscht sein, oder? Vielleicht solltest du deine Frage mal in einem der desbezüglichen threads im PTF vorlegen: http://www.psychotherapiepraxis.at/pt-f ... ienaufs%2A
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gompert
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Verfasst: Sa 17. Dez 2011, 18:34 |
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Registriert: Mo 7. Nov 2011, 10:50 Beiträge: 498 Wohnort: ganz links und dann noch weiter
Geschlecht: m
Alter: 13
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Ja ostara, es gibt wohl nicht umsonst begeisterte Anhänger dieser Therapieform. Ich würd mich auch gerne dem Stellen stellen sozusagen. Als ebenfalls ziemlich kopfgesteuerter Mensch möchte ich aber die Anzahl von Variabelen soviel wie möglich beschränken um nicht ins Blaue hinein- und hinauszufantasieren. FrauL befindet sich in ähnlicher Lage wie ich. Meine Eltern und Geschwister sind schon sehr lange tot, ich habe sie nie was fragen können. Man hat dann wenig Konkretes Material. Mir reichen die schrecklichen Dramen und Rätsel der Herkunftfamilie, der Generation meiner Eltern, voll aus. Schwer vorzustellen dass darauf ein schräger Urgroßvater einen Einfluss gehabt haben sollte. Aber nicht unmöglich. Ist nur schwere Kost für mein Hirn.
Aber: wer wünscht sich nicht sehentlich diese eine, alles erklärende Einsicht die alle stagnierte Energie endlich freisetzt? Ich würd mich keinen Moment um wissenschaftliche Nachweisbarkeit kümmern wenns mir wie Schuppen von den Augen fällt! Päh!Hallelujah!
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